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Toppler - Ein Theaterstück
Spielplan des Toppler Theaters.
von Reiyk Bergemann
Der Schauspieler Henrik Arosen versteht es äußerst glänzend, seinen Kollegen Gregor Watzlawczek mal für mal aufs Glatteis zu führen. Um nun ein für alle Male zu erwirken, dass Henrik Arosen in seiner Überheblichkeit mundtot gemacht wird, nimmt sich Gregor vor, Henrik in ausgerechnet dessen Paradedisziplin, dem Schachspiel, zu bezwingen. Beide halten es für angebracht, eine Schauspieler-Kollegin als Schiedsrichterin fungieren zu lassen: Annabelle Demerius. Der eine, Gregor, weil er fürchtet, Henrik könne ihn mit unfairen Spielzügen übertölpeln, der andere, Henrik, um sich vor der allzu aufbrausenden Art seines Spielpartners zu schützen.
Dennoch scheitern Gregors Versuche immer erbärmlicher. Während einer dieser Schachpartien kommt das Gespräch auf die historische Persönlichkeit Heinrich Toppler zu sprechen, den großartigen Bürgermeister der Stadt Rothenburg ob der Tauber aus dem 14.Jahrhundert, mit dem sich Henrik Arosen zu identifizieren scheint. Seine “genialen Schachzüge” setzt er mit den erfolgreichen Strategien Heinrich Topplers gleich. In farbenprächtigen Worten weiß Henrik von Topplers Zeit und dessen Leben zu erzählen, was bei Annabelle eine spontane Faszination entfacht, während Gregor natürlich eher skeptisch reagiert.
Durch den einem jeden Schauspieler naturgegebenen Spieltrieb beginnt sich nun die Geschichte über Heinrich Toppler zu verselbständigen. Henrik Arosen im besonderen, aber auch Gregor und Annabelle schlüpfen, mitunter ungewollt, immer wieder in unterschiedlichste Figuren aus längst vergangenen Tagen. Es mischt sich Gegenwart mit Vergangenheit.
Auf diese Weise werden verschiedene Stationen aus dem Leben Heinrich Topplers schlaglichtartig aufgearbeitet. Dabei fehlt weder die Auseinandersetzung Topplers mit der Anklage des Kraft Schober, Toppler habe dessen Frau geminnet noch das unglaubliche Verhältnis zu König Wenzel, das Toppler und Rothenburg später im entscheidenden Krieg mit dem Burggrafen zum Verhängnis wurde. Die rüde Räumung des Dominikanerinnenklosters kommt ebenso zur Sprache, wie der stete Machtwettstreit zwischen den jungen Burggrafen und Toppler, der unnachgiebiger nicht hätte geführt werden können. Nicht zuletzt die ganz persönliche Rivalität zu dem Mitbürger Hans Wern, der Toppler in seinem Ansehen den Rang abzulaufen drohte, wird von den Schauspielern durchexerziert bis hin zu der Frage, wie dieser berühmte Bürgermeister ermordet wurde und von wem. Welche cleveren (?) oder unfairen (?) Methoden wendete Heinrich Toppler seinerzeit an, um seine Ziele (?) oder die Ziele Rothenburgs (?) zu verwirklichen?
Fotos: © rolf diba




